Gartentipp des Monats

Die grüne Reiswanze

Ende August wurde sie gesichtet an den Bohnen von Gartenfreund Martin.  Sogenannte Nymphen im dritten Stadium ihrer Entwicklung. Hübsch anzusehen, schwarz mit Pünktchen, verursachen sie jedoch schon in diesem frühen Stadium Schäden. Sie durchlaufen nach dem Gelege 5 Nymphenstadien und enden als braune, unauffällige Wanzen und versuchen zu überwintern.

Die Grüne Reiswanze

ist eine Wanze, die hauptsächlich Hülsenfrüchte, aber auch zahlreiche Gemüse-, Obst- und Ackerkulturen sowie Ziergehölze und -pflanzen befällt. Sie verursacht Saugschäden an Früchten, wodurch es zu Fleckenbildung, Verkorkungen und Deformationen kommt.

Aussehen

Sie gehört zur Familie der Baumwanzen und ist ca. 14-16 mm lang, 8 mm breit und meist grün gefärbt, wobei es auch andere Farbformen (u.a. rot, orange) gibt.

Sie sieht der Grünen Stinkwanze (Palomena prasina) sehr ähnlich, jedoch kann die Grüne Reiswanze sehr gut anhand der weißen Punktreihe am unteren Ende des Halsschildes und den hell gefärbten durchsichtigen Teil der Flügel von der Grünen Stinkwanze unterschieden werden.

 

Entwicklungsstadien vom Gelege über Nymphenstadien bis zum Imago

Biologie

Die Weibchen der Grünen Reiswanze legen ihre zuerst gelblichen und später rot gefärbten Eier in Gelegen auf der Blattunterseite ab. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen fünf, sehr variabel gefärbte Stadien. Sie halten sich meist gruppenweise auf den Pflanzen auf, wo sie genauso wie die erwachsenen Tiere vor allem an Früchten, aber auch an Blättern saugen.Im Herbst verlassen sie ihre Wirtspflanzen um sich ein Überwinterungsquartier (u.a. Bodenstreu, Gebäude) zu suchen. In Europa werden nur eine bis maximal vier (in wärmeren Gebieten) Generationen ausgebildet. In Regionen mit einer durchschnittlichen Temperatur von unter 5°C im Januar und einer mittleren geringsten Jahrestemperatur von unter -3°C, kann die Grüne Reiswanze den Winter nicht überleben.

Schadsymtome

Die Grüne Reiswanze verursacht Saugschäden an Früchten verschiedenster Pflanzen. Als Pflanzensauger ist sie in der Lage, mit ihrem Saugrüssel Pflanzengewebe von Früchten, Samen, Blättern und Trieben anzustechen, um sich vom Pflanzensaft zu ernähren. Durch diese Saugtätigkeit kommt es zu Fleckenbildung, Verkorkungen und Deformationen. Früchte werden unansehnlich und können vorzeitig abfallen.

Zusätzlich werden Geschmacksbeeinträchtigungen durch die Absonderung eines unangenehm riechenden Sekrets verursacht. Die Einstichstellen können anderen Schaderregern als Eintrittspforten dienen.

Wirtspflanzen

Die Grüne Reiswanze kann sich von unterschiedlichsten Pflanzenarten aus allen Kulturbereichen ernähren. Zu ihren Hauptwirtspflanzen gehören Hülsenfrüchtler, aber auch Gemüse-, Obst- und Ackerkulturen sowie Ziergehölze und -pflanzen werden gerne von ihr aufgesucht. Besonders einjährige, krautige Kulturen werden insbesondere zur Zeit der Frucht- und Samenbildung befallen.

Verbreitung

In Europa war die Grüne Reiswanze anfänglich nur im Mittelmehrraum verbreitet. Aufgrund der Klimaerwärmung breitet sie sich jedoch zunehmend Richtung Norden aus.

Bislang wurden in Deutschland keine wirtschaftlich relevanten Schäden an Freilandkulturen verzeichnet, jedoch trat die Grüne Reiswanze in den vergangenen Jahren (Spätsommer) in städtischen Kleingartenanlagen und Gemeinschaftsgärten vermehrt in Erscheinung. Auch an Gemüse im geschützten Anbau hat die Grüne Reiswanze bereits Schäden verursacht.

Die Sterberate der Tiere im Winter hat in Deutschland bislang ein dauerhaftes Bestehen der Wanzenpopulationen verhindert, jedoch muss, bedingt durch die zunehmend milderen Winter, die weitere Entwicklung der Art beobachtet werden. Des Weiteren ist eine erfolgreiche Überwinterung in geschützten Bereichen (beispielsweise bei Konstruktionsteilen in geheizten Glashäusern) nicht auszuschließen.

Starke Vermehrung kann in Jahren mit trocken-heißen Sommerbedingungen beobachtet werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Regelmäßige Pflanzenkontrollen um betroffene Einzelpflanzen frühestmöglich zu erkennen und von Eigelegen bzw. Larven durch Absammeln zu befreien.
  • Als natürliche Gegenspieler werden Eiparasitoide (Schlupfwespe Trissolcus basalis) und Endoparsiten (Raupenfliege Trichopoda pennipes) beschrieben.
  • Eine direkte Bekämpfung mit zugelassenen Insektiziden gegen saugende Insekten ist möglich, jedoch schwierig, weil meist gegen die adulten Wanzen keine ausreichende Wirkung erzielt werden kann.

Quelle: ages.at            Fotos: Wikipedia