Rückblick Vereinsausflug 2. Mai – Gärtnerei Kiemle

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Schöner konnte das Wetter gar nicht sein! Beim Vereinsausflug am Samstag, den 2. Mai, war es herrlich sonnig – perfekt für den Besuch der Gärtnerei Kiemle im nahegelegenen Bissingen. Viele Vereinsmitglieder nutzten die Gelegenheit, den kurzen Weg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Gegen 9:30 Uhr ging unsere private Führung durch die Gewächshäuseranlage los.
Dank der erfahrenen Besucherführerin wurde die Führung nicht langweilig. Sogar die Kinder einer Mitglieder haben bis zum Ende gegen 11:30 Uhr durchgehalten, weil sie durch frisch geerntete Leckereien wie Tomaten und Kräuter bei Laune gehalten wurden.
Zunächst wurden allerlei Informationen zur Geschichte des Unternehmens preisgegeben, von der Aufteilung der Gesellschaften auf die Enkelkinder des Gründers über den Stromverbrauch bis hin zur beeindruckenden bebauten Fläche von 35 Hektar. Unter Glasdächern und Folien sind ca. 7,5 Hektar davon, der Rest wird nach dem Anbau teilweise mehrere Jahre vom nahegelegenen Bauernhof mitgenutzt. So werden die Felder unterschiedlich bewirtschaftet und ein Auslaugen der Böden verhindert.

Nach der Einführung ging es dann zum Rundgang, zunächst durch die Kräuter– und Pflanzenzucht:

Meterweit frischer Basilikum, Petersilie und allerhand Exoten wie Zitronenverbene fanden sich in den Gewächshäusern in verschiedenen Anzuchtstadien. Interessierte konnten nach Verköstigung gleich kiloweise den Basilikum ordern und mitnehmen. Privatverkäufe bietet die Gärtnerei üblicherweise nicht oder nur im geringen Maße (am Besucherparkplatz) an. Die meisten Waren gehen an Gastronomiebetriebe und Großhändler in der direkten Umgebung.

 

Anschließend wurden einige der Folientunnel mit allerhand Salat und weiteren Kräutern vorgeführt. Durch die heiligen Hallen mit Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken durfte nur, wer sich ordentlich desinfiziert hat, um einen möglichen Pilzbefall und Einschleppen von Krankheiten zu vermeiden.

Für den Hobbygärtner erstaunlich ist die Kultur: Die Gemüsepflanzen sind in kleinen Pflanzsubstratbehältern und werden mit Nährstoffen direkt versorgt, Erde im großen Maße wird nicht gebraucht. Die Pflanzen werden aufgehängt und nach Wachstum umgehängt, so dass die Pflanze während der Nutzungsdauer immer länger wird. Die Blätter im unteren Bereich werden entfernt und die Stängel so bis zum Herbst immer weiter herumgewickelt, bis manche Pflanzen eine Länge von 12-15 Metern erreichen. Zum optimalen Wachstum erhält jede Pflanze je nach Bedarf und Sonneneinstrahlung nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch CO2 und Wärme aus dem Gärtnerei-eigenen Blockheizkraftwerk – ein Computer entscheidet über Menge und Mischverhältnisse.

Während der Führung wurden noch Rezeptvorschläge für Rosmarinkartoffeln und der Konservierung von Pesto preisgegeben, so dass für jeden etwas Neues zu erlernen war – und zwar nicht nur zum professionellen Anbau eines Gärtnereibetriebes.

Dieser sammelt auch das Regenwasser – aber nicht wie wir in ein oder zwei Regentonnen. Hier wird der aufgefangene Regen der Gewächshäuserdächer in einem riesigen Becken gesammelt. Zusätzlich wir auch das wiederverwendet, was die Pflanzen an Nährstofflösung nicht aufnehmen. Alles zusammen wird mit frischen Trinkwasser vermischt und wieder den Pflanzen zugeführt. Die Aussage, dass das Regenwasser eigentlich für die direkte Verwendung bei den Pflanzen zu sauer sei, verwunderte die Kleingärtnergemeinschaft doch sehr – schließlich ging man doch immer davon aus, dass das Regenwasser besser (und natürlicher) sei und die Zeiten des sauren Regens längst vorbei seien.

Nach der Führung war noch kurz Zeit, sich auszuruhen und die Kinder etwas spielen zu lassen, während sich die Vereinsmitglieder und Angehörige zum Gruppenfoto versammelten:

Im Anschluss nahmen alle noch den kurzen Weg bis zum Schellenhof in Kauf, um sich nach der interessanten Führung gemeinsam zu stärken und die Ereignisse und neuen Erkenntnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.