Presseartikel

Baumschnittkurs

Wetter ist Glücksache – und in diesem Jahr hatten wir Glück, wie auch beim Baumschnittkurs im Februar 2020. Der Letzte, der vor Beginn des ersten Lock Downs hat stattfinden dürfen. In den Jahren davor begann das Gartenjahr im Januar mit dem Winterschnittkurs und wir hatten oft scheußlich kaltes und regnerisches Wetter. Somit hat sich der Februar gut eingeführt. Der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Selow und Frau Martina Rist, von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau beim Landratsamt Ludwigsburg, freuten sich wieder rund 30 interessierte Teilnehmer aus dem Verein und Tammer Bürgern begrüßen zu dürfen. Erfreulicherweise die erhoffte große Runde wie vor dem Beginn der Pandemie.

Der übliche Verdächtige, nämlich der Zwetschgenbaum vor dem Vereinsheim, wartete schon geduldig auf seinen Schnitt. In großem Halbkreis um das Bäumchen formierte sich die Gruppe. Unser Fachberater Dieter Pailer trug für Martina Rist galant das Werkzeug zum Baum und für die nächsten knapp 3 Stunden lauschten wir Ihr, stellten viele Fragen und folgten ihr durch die verschiedenen Gärten.

Zuerst lernten wir etwas über das Auslichten. Entfernt werden sollten die im Kroneninneren, beziehungsweise alle zu dicht stehenden, parallel wachsenden, sich überkreuzenden oder nach Innen wachsenden Äste und Zweige. So sorgt der Schnitt für mehr Licht und beugt Pilzkrankheiten vor.

Ein Fehler wäre es, einfach in beliebiger Höhe, um die Krone herumzuschneiden. Das führt zu unzähligen, dicht an dicht stehenden Trieben, sogenannten „Wasserschossern“, und der Baum verkahlt im Inneren. Geschnitten werden immer nur Hauptäste über einem darunter abzweigenden Seiten Trieb – man nennt das „Ableiten“. So wird die Krone insgesamt kleiner, behält aber ihre natürliche Wuchsform und der Saftdruck verteilt sich gleichmäßig auf die Austriebe. Lässt man den Mitteltrieb und die oberen Seitentriebe ungeschnitten, wird die Baumkrone insgesamt schmaler, der Baum behält aber seine Höhe.

Martina Rist musste sich bremsen beim Auslichten. Schmunzelnd erzählte sie, dass man sich leicht in einen Rausch schneiden kann und von dem Baum/Strauch möglicherweise nicht mehr viel überbleibt. Es gelang ihr, für den geplanten Sommerschnitt noch genügend Äste zu erhalten.

Austoben konnte sie sich dann u.a. in Bernd Schell`s Garten in dem er für verschiedene Obstbäume und -sträucher eine Beratung wünschte.

Die Zeit verflog und der doch noch kühle Wind trieb uns dann wieder ins Vereinsheim. Dort erwarteten uns Manuela Peschke und Cosimo Letteriello mit Glühwein, verschiedenen Getränken, leckeren Butterbrezeln und Knabbereien. Es wurde noch gefachsimpelt und Karl-Heinz Selow bedankte sich im Namen des Vereins, mit einem schönen Blumenstrauß, bei Martina Rist.

Wir hoffen auf ein Wiedersehen am 08.07.2022 bei unserem Sommerbaumschnittkurs.